Editorial Das neue Magazin!

Christian Krug (Crime-Herausgeber) und Giuseppe Di Grazia (Crime-Redaktionsleiter)

Christian Krug (Crime-Herausgeber) und Giuseppe Di Grazia (Crime-Redaktionsleiter)


… Sie handelt von acht Frauen, die in den schwülen Landschaften Louisianas tot aufgefunden wurden, und von einem Milieu, das ebenso stickig und schwer zu durchdringen ist wie die schlammigen Gewässer der Bayous.
Der Artikel über die „Jeff Davis 8“ ist kein gewöhnliches Stück Journalismus. Er ist der Ermittlungsbericht eines Reporters, der der örtlichen Polizei nicht mehr vertraut und sich aufmacht, den Fall selbst zu lösen. Der Autor Ethan Brown stößt auf korrupte Beamte, die seinen Erkenntnissen nach mit miesen Tricks ver­suchen, sich im wirren Beziehungs- und Abhängigkeitsgestrüpp der Prostituierten- und Drogenszene einzunisten, und sich selbst immer mehr darin verstricken, bis niemand mehr zwischen Verbrecher und Verbrechensbekämpfer unterscheiden kann.
Es war auch für Brown nicht einfach, in diesem Dickicht von Bestechlichkeit und Prostitution, Mord und Rufmord den Überblick zu behalten. Jedes Detail, das sich bei seinen Recherchen mühsam herauskristallisierte, verrätselte ein anderes. Aber am Ende gelang dem Investigativ-Journalisten eine einzigartige Dokumentation, in der leitmotivisch die Frage nach der Gerechtigkeit, nach dem Ethos derjenigen gestellt wird, die die Moral zu hüten haben.
In Browns Geschichte sind Polizisten nicht Helden, die Morde aufklären, sondern Antihelden, die Verbrechen begehen und vertuschen. Und der, der die Wahrheit zutage bringt, ist ein Reporter. In den USA haben Browns Enthüllungen für großes Aufsehen gesorgt. Vor Ort in Louisiana ist aber bislang noch niemand wegen der Morde vor Gericht gekommen. Sümpfe sind schwer trockenzulegen.