Edtiorial Das neue Magazin!

Christian Krug (Crime-Herausgeber) und Giuseppe Di Grazia (Crime-Redaktionsleiter)

Christian Krug (Crime-Herausgeber) und Giuseppe Di Grazia (Crime-Redaktionsleiter)

 

DER VERDACHT…
… geschieht, wird immer auch Vertrauen zerstört. Das Vertrauen darauf, dass die Menschen … treibt jede Ermittlung voran, ohne ihn gäbe es keine Aufklärung des Verbrechens. Der Verdacht ist also etwas Gutes. Aber er kann auch sehr gefährlich sein. Gefährlich für den Verdächtigen natürlich, aber auch gefährlich für denjenigen, der den Verdacht hegt.
In dieser Ausgabe präsentieren wir einige Fälle, in denen das Thema Verdacht auf unterschiedliche Weise das Schicksal der Beteiligten beeinflusst und den Gang des Geschehens prägt. Dem Protagonisten in der Titelgeschichte zum Beispiel macht die Ungewissheit zu schaffen, weil alle und jeder infrage kommen, seine Freundin ermordet zu haben. Er hat, um der Polizei zu helfen, selbst einen seiner engsten Freunde und den Partner seiner Mutter ausspioniert.
Nach einer Tat folgt der Verdacht, nach dem Verdacht das Misstrauen. Ein Verdacht ist auch immer ein gesellschaftlicher Prozess. Er stützt sich nicht nur auf Indizien und auf Tatsachen, sondern auch auf Mutmaßungen und Interpretationen. Gerade dann, wenn noch keine Beweise vorliegen. Verdächtige werden auf einmal selbst von Menschen, die ihnen nahestehen, beargwöhnt.
Und: Je schrecklicher das Verbrechen ist, desto eher ist man gewillt, schon beim Verdacht auf die Schuld zu schließen, wie bei unserer Geschichte über Ray Spencer und seine Familie. Vielleicht, weil das Verlangen nach Aufklärung und Sühne so dringlich wird, dass man schnell aufhört zu reflektieren. Denn ist ein Verdacht erst mal ausgesprochen, kann dieser den Betroffenen schnell vernichten. Egal, ob er schuldig ist oder nicht. Aus einem Verdacht wird in solchen Fällen auch gleich eine Anklage oder sogar ein Urteil, ohne dass es überhaupt schon zum Prozess gekommen ist.