Edtiorial Das neue Magazin!

Christian Krug (Crime-Herausgeber) und Giuseppe Di Grazia (Crime-Redaktionsleiter)

Christian Krug (Crime-Herausgeber) und Giuseppe Di Grazia (Crime-Redaktionsleiter)

 

WENN EIN VERBRECHEN …
… geschieht, wird immer auch Vertrauen zerstört. Das Vertrauen darauf, dass die Menschen gut sind. Dass wir in unserer Gesellschaft sicher sind. Oder dass unser Leben nicht von einem Moment auf den anderen ins Chaos gestürzt wird. Zwar wissen wir im Grunde, dass das Gefühl der Sicherheit nur eine Illusion ist. Aber wir brauchen sie, damit wir uns nicht ohnmächtig dem Schicksal ausgeliefert fühlen.
Unsere Autoren treffen auf ihren Recherchen immer wieder Gesprächspartner, denen diese Illusion genommen und deren Vertrauen zerstört wurde. Sei es, weil ihnen selbst ein Verbrechen derfahren ist oder weil sie durch ein Verbrechen jemanden verloren haben. Manchen von ihnen gelingt es, zu trauern und zu akzeptieren, manche erstarren, manche verzweifeln, andere werden rastlos, sogar rasend. Eines haben sie aber meist gemein: Das zerstörte Vertrauen lässt sich nicht mehr komplett reparieren.
Es gibt allerdings etwas, das das Leiden daran ein wenig lindern kann: Gerechtigkeit. Die Gewissheit, dass der Mensch, der ihnen das angetan hat, nicht ungestraft davonkommt.
In dieser Ausgabe begegnen Ihnen einige Protagonisten, die auch diese Linderung nicht erfahren haben. Eine Frau, die keine Ruhe findet, weil es der Polizei einfach nicht gelingt, den Mörder ihres Mannes zu ermitteln. Ein Vater, der zwar weiß, wer seine Tochter getötet hat, aber damit leben muss, dass der Täter wohl nie bestraft wird. Aber wir erzählen auch von einer Ehefrau, deren Partner verurteilt wurde, weil er ihre Mutter umgebracht haben soll. Sie hat viel verloren. Eine geliebte Angehörige. Das Vertrauen in ihre Mitmenschen. Nur eines nicht: das Vertrauen in ihren Mann. Es ist die Geschichte einer Frau, die sich nicht ohnmächtig dem Schicksal ergibt, sondern sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. Dieser Fall hat uns tief bewegt. Wir hoffen, Ihnen geht es genauso.